Echter Hausschwamm als gefährlichster Holzzerstörer in Gebäuden

Echter Hausschwamm

Die folgenden Hinweise sollen Hinweise zu erforderlichen Maßnahmen bei Befall durch Echten Hausschwamm vermitteln

Erforderliche Maßnahmen bei Befall durch holzzerstörende Pilze und Insekten an tragenden und aussteifenden Holzbauteilen sind in der DIN 68800 Teil 4 Holzschutz Nov. 1992 sowie ausführlich im WTA Merkblatt E1-2-03 “Echter Hausschwamm” geregelt.

Insbesondere bei Befall durch Echten Hausschwamm sind Forderungen der Norm sowie der darauf fußenden weiterführenden Bestimmungen (DGfH DIN Beuth-Kommentare) genauestens einzuhalten.

Darüber hinaus sind die entsprechenden Landesbauordnungen zu beachten, in verschiedenen Bundesländern besteht bei Hausschwammbefall eine Anzeigepflicht durch den Grundstücksverantwortlichen.

Auszugsweise werden einzelne wichtige Punkte der zugrundeliegende DIN-Norm zitiert :

    DIN 68800/4 Punkt 2.3 : Voraussetzung für Bekämpfungsmaßnahmen ist die eindeutige Feststellung der Art der Schadorganismen und des Befallsumfangesdurch dafür qualfizierte Fachleute oder Sachverständige. Die Ergebnisse sind dem Auftraggeber in einem Untersuchungsbericht vorzulegen.

Damit fordert die DIN eine Einschaltung von durch Zertifikat ausgewiesenen Fachleuten oder Sachverständigen, die Art und der Umfang des Befalles ist festzustellen. Bei Befall durch holzzerstörende Pilze muß der Echte Hausschwamm als gefährlichster Holzzerstörer zweifelsfrei bestimmt werden.

    DIN 68800/4 Punkt 2.5 :Die Bekämpfungsmaßnahmen erfordern grundlegende Kenntnisse und Erfahrungen. Sie dürfen daher nur von qualifizierten Fachfirmen bzw Fachleuten durchgeführt werden, die über die erforderliche Ausrüstung verfügen.

Entsprechende Bekämpfungsmaßnahmen dürfen auch im Einklang mit den Forderungen der Gefahrstoffverordnung nur von Fachfirmen ausgeführt werden die über einen gültigen Sachkundenachweis verfügen.Auskunft über anerkannte Ausbildungsstätten zur Erlangung des Sachkundenachweises erteilt die Geschäftsstelle des Ausbildungsbeirates für bekämpfende Holzschutzmaßnahmen Anwaltskanzlei Omanowsky, Luxemburgerstr.150, 50937 Köln, Tel:0221/9415757

    DIN 68800/4 Punkt 4.2.1 Liegt Befall durch holzzerstörende Pilze vor, sind Oberflächenmyzel (Pilzgeflecht einschließlich Stränge) und Fruchtkörper zu entfernen. Alle befallenen Holzteile sind ein ausreichendes Stück zu entfernen, und zwar mindestens um 0,3 m, bei Echtem Hausschwamm und verwandten Hausschwammarten um mindestens1,0 m in Längsrichtung der Hölzer.Durchwachsene Schüttungen sind einschließlich eines Sicherheitsabstandes über den erkennbar durchwachsenen Bereich hinaus zu entfernen, bei Hausschwamm um mindestens 1,5 m in alle Richtungen.Im Zweifelsfall ist so zu verfahren, als ob Befall durchden Echten Hausschwamm vorliegt.

Mauerwerk wird häufig viele Meter weit vom Echten Hausschwamm durchwachsen , zur genauen Feststellung der Befallsausdehnung ist es daher unumgänglich, Öffnungsarbeiten durch Abnehmen von Verputz, Öffnen von Hohlräumen und gründlicher Untersuchung aller Hölzer mit Wandkontakt im Sicherheitsbereich vorzunehmen. Dabei kann die Ursache des Befalles oft an entfernten Stellen des Gebäudes ermittelt werden, die in die Untersuchung entsprechend einzubeziehen sind.

    DIN 68800/4 Punkt 4.2.3. Die Ursache erhöhter Feuchte von Holz und Mauerwerk muß festgestellt und beseitigt werden.

Voraussetzung einer Sanierungsmaßnahme ist die Feststellung und Beseitigung der Ursache hoher Feuchtebelastungen, entsprechend sind undichte Dacheindeckungen, Undichtigkeiten in Bädern und Wasserleitungen sowie aufsteigende Feuchtigkeit infolge fehlender Bauwerksabdichtungen nachhaltig abzustellen.

    IN 68800/4 Punkt 4.3.3 Ist das Mauerwerk von Myzel (Echter Hausschwamm) durchwachsen, ist grundsätzlich eine Bohrlochtränkung oder durch Druckinjektion ein Verpressen mit einem chemischen Schutzmittel nach Abschnitt 3.1 zur Bekämpfung vom Schwamm im Mauerwerk vorzunehmen. Bei Mauerwerk aus Hohlkammersteinen und bei zweischaligem Mauerwerk sind die Hohlräume ausreichend auszuspritzen. Der Sanierungsbereich - einschließlich eventueller Putzentfernung - soll sich auf 1,5 m in alle Richtungen vom letzten erkennbaren Myzel erstrecken.

Die Ausführung von Bekämpfungsmaßnahmen setzt im Hinblick auf die Qualität und Zuverlässigkeit eine Qualifikation sowie spezielle technische Ausstattung voraus. Insbesondere die Verarbeitung von Schwammbekämpfungsmitteln bedarf der technischen Ausstattung zur Verpressung sowie Verschäumung von Wirkstoffen sowie erforderlicher Vorrichtungen zur Einhaltung des Umwelt-und Arbeitsschutzes. Über die chemische Behandlung hat der Fachbetrieb einen Nachweis unter genauer Angabe der Art und Menge eingebrachter Schutzmittel zu führen.

Die Ausführung von Bekämpfungsmaßnahmen gehört ausschließlich in die Hand zertifizierter Fachbetriebe bzw Fachleute !

 

Hausschwamm Fruchtkörper